Die Republik Jemen ist Schauplatz der größten humanitären Krise der Welt. Seit sechs Jahren ist der Jemen ein Krisengebiet und etwa 21 Millionen Menschen (2/3 der Gesamtbevölkerung) – davon ca. 11.3 Millionen Kinder – benötigen dringend humanitäre Hilfe.

Worum geht es bei dem Konflikt?

Die Republik Jemen gibt es erst seit 1990, doch schon lange gilt der Jemen als das ärmste Land der Arabischen Halbinsel. 1990 vereinigten sich die Jemenitische Arabische Republik im Norden und die Demokratische Volksrepublik Jemen im Süden (auch Nordjemen und Südjemen genannt). Der Nordjemen galt als konservativ und ist stark vom Nachbarland Saudi-Arabien beeinflusst. Anders als der Südjemen war der Nordjemen aber fast durchgehend ein unabhängiges Land. Der Südjemen gehörte bis 1967 zum britischen Kolonialreich. Nach der Unabhängigkeit verbündete sich das Land mit der Sowjetunion. Über Jahrzehnte hatten sich die Länder stark unterschiedlich entwickelt. Auch die unterschiedlichen muslimischen Glaubensrichtungen prägen das Leben der Bevölkerung: Im Norden leben mehrheitlich Schiiten, im Süden mehr Sunniten. Der Konflikt im Jemen ist also auch ein religiöser.

Schon 2004 kam es zu größeren politischen Unruhen, die im Rahmen des „Arabischen Frühlings“ 2012 zum Rücktritt des Präsidenten führten. Eine Übergangsregierung kündigte Neuwahlen und eine neue Verfassung an, doch diese Pläne wurden nie umgesetzt. Seit 2015 kämpfen nun die Huthis (eine politisch-militärische Bewegung, mehrheitlich gebildet von Schiiten im Norden) und eine Militärallianz (mehrheitlich Sunniten im Süden) um die Vorherrschaft im Jemen. Vor mehr als vier Jahren griff die saudische Koalition arabischer Staaten mit westlicher Unterstützung in den Kampf zwischen der jemenitischen Regierung und der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz ein. Der Krieg in Jemen speist sich also nicht nur aus inneren Konflikten im ärmsten Land der arabischen Welt, sondern auch aus dem regionalen Streit zwischen Saudi-Arabien und dem Iran. So hat sich aus dem Bürgerkrieg ein gewaltsamer Konflikt mit internationalen Parteien entwickelt. Die militärische Unterstützung des Westens ist für die saudische Allianz ist ein wichtiger Faktor im Jemen-Krieg. Die USA liefern Waffen und Munition und auch deutsche Unternehmen beteiligen sich. Mehrere Menschenrechtsorganisationen haben deshalb beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag Strafanzeige gestellt. Die Anzeige richtet sich unter anderem gegen Rheinmetall. Die Bomben des Düsseldorfer Konzerns würden mutmaßlich im Jemen eingesetzt. Der europäische Flugzeugbauer Airbus wurde ebenfalls angezeigt, weil die saudische Luftwaffe Airbus-Maschinen in dem Konflikt einsetze.

Die Situation im Jemen ist dramatisch.

Aktive Kämpfe, Bomben, Luftangriffe und Anschläge sind seit 2015 alltäglich. Nach neuesten Schätzungen sollen etwa 250.000 Menschen ihr Leben verloren haben (HNO 2021, Quelle ist unten angegeben). Eine politische Lösung ist nicht in Sicht. Jeden Tag sterben durchschnittlich 120 Kinder unter fünf Jahren an vermeidbaren Ursachen. Mittlerweile gibt es kaum ein Kind im Jemen, das nicht dringend humanitäre Hilfe benötigt. Infolge des Konflikts haben Hunderttausende Familien weder genug zu essen noch zu trinken; die Menschen leiden Hunger. Mehr als 2,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind akut mangelernährt, davon stehen 400.000 Kinder kurz vor dem Hungertod. Viele Kinder können nicht mehr in die Schule gehen, weil die 75% der Schulen zerbombt sind oder sie helfen müssen die Familien zu versorgen.

Hinzu kommen Krankheiten wie Cholera, Diphtherie und Dengue-Fieber. Alle Krankheiten sind unbehandelt lebensbedrohlich. Der Anteil der Kinder unter 15 Jahren wächst sowohl bei den Neu-Infektionen als auch bei den Todesfällen, denn durch Mangelernährung sind viele Kinder bereits sehr geschwächt. Seit Mai 2020 hat die Zahl der Todesfälle, die auf COVID-19 zurückzuführen sind, dramatisch zugenommen. Die Lage ist sehr kritisch. Mehrere Krankenhäuser in der Hauptstadt Sana‘a sind geschlossen, denn es gibt nicht genügend Schutzkleidung für die Mitarbeitenden. Viele Menschen mit COVID-19 Symptomen werden von den Krankenhäusern abgewiesen. Inzwischen ist das Gesundheitssystem im Jemen zusammengebrochen – 50 Prozent der Krankenhäuser wurden zerstört, es fehlen Ärzte und Medikamente. Die Menschen können nicht ausreichend medizinisch versorgt werden. Seit Beginn der globalen Corona-Pandemie, die im April 2020 mit einem ersten Infektionsfall auch den Jemen erreichte, wurde bereits zweimal ein Waffenstillstand angekündigt, jedoch nicht eingehalten. Die Kämpfe verhindern eine effektive Prävention gegen die weitere Ausbreitung des Virus.

Warum ausgerechnet Save the Children?

„Save the Children International“ (SCI) wurde 1919 von der Lehrerin und Sozialreformerin Eglantyne Jebb in Großbritannien gegründet und setzt sich seither mit 25.000 Mitarbeiter*innen weltweit für die Rechte und den Schutz von Kindern ein. Die Grundlage ihrer Arbeit ist die UN Kinderrechtskonvention und sie zeichnen sich besonders durch die intensive Einbeziehung der Betroffenen in die Projektentwicklung aus. Die Organisation hat international einen sehr guten Ruf als karitative Einrichtungen und erhält regelmäßig Höchstwerte in Stiftungstests (z.B. Charity Navigator oder das DZI Spendensiegel). Die Organisation ist sehr effizient und transparent was ihre Mittelverwendung betrifft und nimmt an der Initiative Transparente Zivilgesellschaft teil. Die deutsche Länderorganisation „Save the Children Deutschland e.V.“ (SCDE) gibt es seit 2004.

Save the Children arbeitet seit 1963 im Jemen, unter anderem in den Bereichen Bildung, Kinderschutz, Gesundheit und Ernährung. Seit dem Beginn des Konflikts im März 2015, haben sie mehr als zwei Millionen Kinder mit ihrer Nothilfe erreicht. Etwa 850 lokale und internationale Mitarbeitende und über 2000 Freiwillige sind im Jemen aktiv. Save the Children ist die größte internationale NGO-Hilfsorganisation, die im Jemen aktiv ist und bindet viele nationale Partner in ihre Arbeit ein. Durch ihren starken Einsatz ist es Save the Children möglich mit beiden Parteien zu verhandeln und sowohl im Norden als auch im Süden zu arbeiten. Ihre langjährigen Erfahrungen im Krisendienst sind von unschätzbarem Wert bei der Arbeit direkt vor Ort. So haben die Save the Children Mitarbeiter*innen im letzten Jahr 23 Krankenhäuser und 167 Gesundheitszentren im ganzen Land betrieben und sauberes Wasser und Solarstrom zur Verfügung gestellt. Sie führen z.T. Lehrprogramme durch, die Kindern schulische Kenntnisse vermitteln. Ihre Tätigkeiten umfassen außerdem

  • Behandlung und Versorgung mangelernährter Kinder
  • Wiedererrichtung von Gesundheitseinrichtungen
  • Versorgung von Familien mit Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser und Hygiene-Sets
  • Impfungen von möglichst vielen Kindern gegen Diphtherie
  • Errichtung von Schutzräumen für Kinder, in denen sie spielen und lernen können

Des Weiteren setzt sich Save the Children zum Beispiel bei Kongressen und Versammlungen für ein sofortiges Ende des Krieges ein. Solange der Krieg anhält, kann keine Aufbauarbeit geleistet werden, sondern immer nur gegen die aktuelle Situation angehalten werden. „Um das Leid der Kinder und weiterer ziviler Opfer im Jemen zu beenden, müssen die Konfliktparteien so schnell wie möglich einen Waffenstillstand umsetzen.“ Das fordert unter anderem der Länderdirektor von STC im Jemen Xavier Joubert.

Warum will Moving Child gerade hier und jetzt helfen?

Moving Child unterstützt weltweit finanziell benachteiligte Säuglinge, Kinder und Jugendliche. Wir fördern in erster Linie die gesundheitliche Grundversorgung sowie eine schulische Aus- und Weiterbildung. Diese grundlegenden Themenfelder sind vom Krieg im Jemen besonders betroffen.

Fast zwei Millionen Kinder unter fünf Jahren sind akut mangelernährt und ohne weitere Unterstützung könnten davon im Jahr 2021 ca. 360.000 Kinder am Hungertod sterben. Mangelernährung ist kein kurzfristiges Symptom, sondern führt zu geistigen und körperlichen Entwicklungsstörungen und lebenslangen Spätfolgen. Die Lage ist besonders erschwert, da durch die Schließung des zerbombten Hafens in Hodeida die Lieferung von Lebensmitteln, Medikamenten und Waren nur sehr schwer möglich ist. Um eine Hungerkatastrophe im Jemen abzuwenden, wären mindestens 3,85 Milliarden Euro Förderung nötig. Die UN hat aber nur die Hälfte zugesagt (1,7 Mrd. USD). Im momentanen Umfeld der Corona Pandemie, und der damit verbundenen Ausgaben, haben viele Länder ihre Unterstützung zurückgezogen oder gekürzt. Großbritannien zum Beispiel hat 60% der bisherigen Förderungen eingestellt. Die zugesagte Förderung im Jahr 2021 ist nur noch halb so hoch wie im Vorjahr.

Durch den Krieg im Jemen wird vor allem die Zivilbevölkerung geschädigt und Kinder sind besonders betroffen. Nun, warum fühlen wir uns verantwortlich? Nicht nur, weil wir glauben, dass alle Kinder ein Recht auf Gesundheit, Bildung und Sicherheit haben, sondern auch weil Deutschland ein Waffenlieferant für den Konflikt ist. Wie in den Jahren davor, hat Deutschland auch 2019 weitere Rüstungsexporte an Länder, die am Jemen Krieg beteiligt sind, genehmigt. Der Tod, die Verstümmelung und die Zerstörung im Jemen gehen also auch auf deutsche Waffen zurück. Wir haben eine Verantwortung den Menschen zu helfen und sollten, wo wir nur können, Druck ausüben, um diesen Krieg zu beenden.

Welche Initiative unterstützt Moving Child konkret?

Eine kürzlich gestartete globale Initiative von SCI heißt „Safe back to school“. Diese Initiative ist eine Antwort auf eine wenig beachtete Konsequenz der globalen Pandemie: Der dauerhafte Schulabbruch und Bildungsausstieg vieler Kinder. Der Stillstand von Schulen zu Beginn der Pandemie betraf weltweit mehr als 1,5 Milliarden Kinder und es wird geschätzt, dass davon etwa 10-15 Millionen nicht zur Schule zurückkehren werden. „Safe back to school“ spielt aber im Jemen eine ganz besondere Rolle, da viele Schulen durch den Krieg zerstört wurden und es keinen sicheren Schulweg mehr gibt. Eltern behalten ihre Kinder zu Hause, weil der Schulweg und die Schule zu gefährlich sind. Aber Bildung ist essenziell, ganz besonders für Mädchen und junge Frauen, die nur so unabhängig werden können und sonst oft keine Alternativen zu Heirat und der Hausfrauenrolle bekommen.

Jede Spende im Jemen hilft!

Bei Interesse melden Sie sich gerne bei uns, kontaktieren Sie das Save the Children Team oder spenden Sie über eine der unten aufgeführten alternativen Spendenwebseiten!

 

Quellenangaben und Infomaterial:

Zeitungsartikel

Die Feldenkrais Methode, benannt nach ihrem Begründer, dem Physiker Dr. Moshé Feldenkrais, ist eine körperorientierte Lernmethode, mit Hilfe derer Menschen lernen sich bewusster wahrzunehmen. Der körperliche Zugang von Feldenkrais kann einen Beitrag zum fachlichen und sozialen Lernen leisten. Durch die meist ungewohnten Bewegungen lernen Kinder, sich besser wahrzunehmen und selbständig und im eigenen Rhythmus Alternativen zu ihrem gewohnten Verhalten zu finden. Vom Kennenlernen dieser neuen Welt im eigenen Selbst ist es nur ein Schritt, auch die Andersartigkeit von Freunden und Fremden zu schätzen. Sich selbst ohne Wertung zu spüren hilft, respektvoll und tolerant miteinander umzugehen.

„In Bewegung denken lernen“ kreiert neue Verknüpfungen im Gehirn, ermöglicht den spürenden Kontakt mit sich selbst und erweitert das Verstehen in Zusammenhängen. Feldenkrais‘ Traum war es, dass seine Methode weltweit in Schulen unterrichtet würde.

Unsere Idee ist es, Feldenkrais‘ ursprüngliche Vision der Integration zu verwirklichen und Merkmale des organischen Lernens in das schulische Lernen aufzunehmen. Dabei fokussieren wir uns zunächst vor allem auf Arbeit mit finanziell benachteiligten Kindern, Migrant*innen, oder Kindern mit Lernschwierigkeiten. Alle Schüler*innen und Lehrer*innen sollen durch die Bewegungsübungen im Unterricht vollständiger präsent werden und ihr Lernprozess somit bedeutungsvoller und mit ihrem gesamten Wesen verbunden sein. Durch die Feldenkrais Methode sollen zwei wichtige Prozesse angestoßen werden: Erstens werden Schüler*innen und Lehrer*innen sich ihrer selbst bewusster und aufmerksamer als Ergebnis der Feldenkrais Lektion. Dies wirkt sich auf den folgenden Fachunterricht aus, der anschließend durchgeführt werden wird. Zweitens entwickelt sich unter den Teilnehmer*innen allmählich eine neue Sprache, eine neue Dynamik. Sie hören sich während des Bewegungsunterrichts aufmerksam zu. Die Schüler*innen lernen ihre eigenen Fortschritte zu erkennen und in verschiedene Richtungen zu denken, um mögliche Lösungswege zu erkunden. Auch die Fachlehrer*innen sind an dieser Entwicklung beteiligt, sie hören den Schüler*innen aufmerksamer zu und sind kreativer in der Unterrichtsgestaltung. Das Ergebnis ist, dass die Lehrer*innen nach und nach die Art und Weise ändern, in der sie ihr Fach unterrichten, indem sie Zeit für aktives Bewusstsein, Erforschung und Selbstführung der Schüler*innen lassen.

Unsere Vorstellung der praktischen Umsetzung ist inspiriert von und in Kollaboration mit einem israelischen Pilotprojekt, das von Dr. Eilat Almagor (Neurowissenschaftlerin) geführt wird und schon seit 2015 erfolgreich umgesetzt wird. Dr. Eilat Almagor leitet das Projekt zur Einbeziehung des Feldenkrais-Unterrichts in Schulen und arbeitet zusammen mit Neurowissenschaftler*innen in Israel und Deutschland an einer wissenschaftlichen Untersuchung, die darauf abzielt, die Auswirkungen der Feldenkrais-Methode auf die Gehirnaktivität zu untersuchen.

Moving Child will zunächst in Berlin und München Projekte ins Leben rufen, in denen Feldenkrais-Lehrer*innen 1-2 wöchentlich in den Schulunterricht kommen und für 20-30 Minuten Feldenkrais Bewegungsübungen anleiten. Die Fachlehrer*innen sind dabei ebenfalls anwesend. Danach folgt der normale Fachunterricht, wie zum Beispiel Mathematik, an dem dann auch die Feldenkrais-Lehrkraft teilnimmt. Jede*r Lehrer*in nimmt also als Schüler*in am Unterricht der anderen Lehrerkraft teil. Die Lehrer*innen treffen sich regelmäßig, um ihren Unterricht gemeinsam vorzubereiten und um ihr Verständnis von Feldenkrais und seiner Verbindung zum Lernen zu vertiefen. Moving Child hilft bei der Kontaktaufnahme und Vermittlung zwischen den Lehrer*innen und Schulen, der Ausarbeitung des Konzeptes und nicht zuletzt bei der finanziellen Unterstützung. Wir freuen euch in der Zukunft von unseren Fortschritten berichten zu können.

Quellen und Literaturhinweise

Das Jahr 2020 war kein einfaches. Ständige Angst, Unsicherheit, und eine Fülle finanzieller, gesundheitlicher und mentaler Herausforderungen haben das Leben aller erschwert. In Deutschland sind die Auswirkungen der Pandemie stark zu spüren und trotzdem ist unsere Lage im weltweiten Vergleich beinahe entspannt. Nichtsdestotrotz fehlt es auch in Deutschland während dieser Zeit an wichtigen Mitteln. Um den Corona-Pandemie Folgen entgegen zu wirken hat Moving Child In diesem Jahr die Unterstützung mehrerer Projekte erhöht. Besonders in Schulen und im Gesundheitssektor war in diesem Jahr eine dringende Versorgungslücke zu schließen. Darüber hinaus haben wir in diesem Jahr sieben neue Projekte in unsere Förderung aufgenommen und werden diese mit insgesamt mehr als 180.000€ unterstützen. Wir freuen uns sehr gerade in dieser schwierigen Zeit Kontakt zu solch großartigen Projekten zu bekommen und diese in ihrer Arbeit unterstützen zu können. Diese spannenden neuen Projekte sollen hier kurz vorgestellt werden.

Im Bereich der Gesundheitsförderung unterstützt Moving Child nun das von Hedi Gies geführte Institut Trauma und Pädagogik, welches das Ziel hat die Entwicklung der Traumapädagogik gesellschaftlich und institutionell, pädagogisch und individuell mitzugestalten. Grundidee des Instituts ist der kreative Prozess der Weiterentwicklung und Weitergabe traumapädagogischer Haltungen, Methoden und Konzepte. Moving Child unterstützt das Institut bei der Finanzierung der Traumafachberatungen für Kinder und Jugendliche. Die Kinder erhalten eine Beratung zu belasteten Themen des Alltags, die traumabedingt durch ihre oftmals destruktiven Bewältigungsstrategien gekennzeichnet sind. Außerdem wird der Verein Frauen Gesundheit Familien Zukunft gefördert, dessen Zweck die Prävention von psychischen Erkrankungen ist, die rund um die Geburt auftreten können. Die Arbeit des Vereins umfasst die individuelle und persönliche Begleitung in der Schwangerschaft, der Geburt und der frühen Elternzeit. Mit Hilfe der Initiativen des Vereins soll Frauen, und vor allem psychosozial belasteten Frauen, Kindern und ihren Familien ein rechtzeitiger Zugang zu vorhandenen Hilfsmaßnahmen ermöglicht werden. Diese Zugänge sollen helfen, die Rate an Neuerkrankungen im Bereich der peripartalen (rund um die Geburt) psychischen Erkrankungen zu minimieren. Moving Child’s neuestes Förderprojekt im Bereich „Gesundheit“ ist die Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München, welche seit 2004 Familien mit unheilbar kranken und lebensbedrohlich schwersterkrankten jungen Menschen in ganz Bayern betreut. Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen betreuen und begleiten die Patient*innen ab der Diagnose und über den Tod hinaus. Sie entlasten Familien in diesen psychischen und physischen Extremsituation und unterstützen sie dabei durch ein professionelles Team von Ärzt*innen, Psycholog*innen, Sozialpädagog*innen, Hebammen und Pflegekräften. Moving Child fördert vor allem drei besondere Bereiche der Stiftung: den RUF24 (Kriseninterventionsdienst), Therapiekosten für Betroffene und Angehörige, und kindgerechte Beerdigungen.

Wildwasser e.V. ist eine Arbeitsgemeinschaft gegen sexualisierte Gewalt in Berlin. Ihre Angebote richten sich an Mädchen und erwachsene Frauen, die als Mädchen oder Jugendliche sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren, Angehörige und Unterstützer*innen. DonyA ist eine transkulturelle Wohngruppe des Wildwasser e.V., in der neun Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren leben. Die Jugendlichen kommen in die Wohngruppe, weil sie in ihren Familien (sexualisierte) Gewalt oder Vernachlässigung erfahren haben, in Konfliktsituationen stecken, die sie nicht allein lösen können oder weil ihr Zuhause nicht die nötige Stabilität bietet. Das übergeordnete Ziel der Arbeit bei DonyA ist das Empowerment der Mädchen in allen Lebensbereichen. Moving Child finanzierte eine Sommerreise für die Mädchen, die für viele die erste Urlaubsreise überhaupt in ihrem Leben und gleichzeitig wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit war.

Im Bereich „Bildung“ hat Moving Child dieses Jahr zwei ganz besondere Projekt kennengelernt. Das erste ist die Quinoa Schule und ihr Träger, die Quinoa Bildung gGmbH. Die Quinoa Schule ist eine Privatschule im sozialen Brennpunkt Berlin-Wedding mit einem besonderen Ziel: alle Jugendlichen in Deutschland sollen ungeachtet ihrer sozialen und kulturellen Herkunft die Chance auf einen Schulabschluss und -anschluss bekommen. Durch individuelle und sprachliche Förderung, Beziehungs- und Familienarbeit, Berufsorientierung, interkulturelles Lernen und Verhaltensmanagement werden den Schüler*innen der Quinoa Schule die wichtigsten Fähigkeiten auf den Weg geben, um ein erfolgreiches und erfülltes Leben zu führen. Moving Child finanziert das Projekt „integrative Lerntherapie“, welches zur individuellen Lernplanausarbeitung gedacht ist und die Selbstreflektion, Motivation und Selbstwirksamkeit der Schüler*innen stärken soll. Außerdem fördert Moving Child seit diesem Jahr den Verein MiBiKids, der im Landkreis Freising Deutschförderung für Kindergartenkinder und Schüler*innen mit Migrationshintergrund anbietet. Das Ziel der MiBiKids ist es, die Kinder bei ihrer schulischen Laufbahn zu unterstützen und somit die Chancen auf eine erfolgreiche berufliche Zukunft zu erhöhen. Dabei sind die einzigen Aufnahmekriterien ein Migrationshintergrund und der Wille zur regelmäßigen Teilnahme.

Moving Child hat in diesem Jahr auch den Umweltschutz mit in ihre Satzung und das Förderprogram aufgenommen. Das erste unterstützte Projekt in diese Richtung war getragen vom BUND Naturschutz Bayern. Das Projekt befasste sich mit der Zurückdrängung der Massenausbreitung des Drüsigen Springkrauts, einer eingeschleppten Art, die die heimische Flora und Fauna verdrängt und den natürlichen Wasserhaushalt stört. Auf einer völlig von Springkraut dominierten Fläche im Auwald bei Waldkraiburg wurde in diesem Jahr eine Beweidung mit Rindern initiiert, wodurch sich eine Förderung der naturnahen Auenvegetation sowie von Arten, die besonnte offene Lebensräume benötigen, wie Zauneidechse, Gelbbauchunke und Ringelnatter, erhofft wurde. Bereits nach zweiwöchigem Einsatz hatten die Rinder das Springkraut fast völlig beseitigt. Wie sich die Vegetation entwickelt, wird in den nächsten Jahren weiter beobachtet.

Wir freuen uns auch in diesem Jahr neue Projekte gefunden zu haben und positive Entwicklungen in den länger schon von uns geförderten Projekten zu beobachten. Es ist bewundernswert wieviel Energie, Zeit und Liebe Menschen für ihre Mitmenschen aufbringen und es macht uns glücklich sie dabei unterstützen zu können. Unser Dank gilt auch den Spenderinnen und Spendern, die in diesem Jahr dabei geholfen haben die Moving Child Förderprojekte zu finanzieren.

Wir wünschen Ihnen allen ruhige und gesunde Feiertage und freuen uns auf die Entwicklungen im neuen Jahr!

Anna, Gertraud und Ella