Halbjahresbericht 2020

Moving Child ist in diesem Jahr 10 Jahre alt geworden!

Als unser Herzensprojekt ist sie in den letzten Jahren gewachsen und hat sich weiterentwickelt. Wir haben neue Projekte aufgenommen und nun mehr Mittel zur Verfügung. Wir sind stolz und dankbar, dass Moving Child eine so umfangreiche und beeindruckende Liste an Förderprojekten vorweisen kann. Jedes unserer Förderprojekte hat uns mit seinem individuellen Ansatz und Konzept beeindruckt und es ist uns ein persönliches Anliegen einen engen Kontakt und Austausch mit den geförderten Projekten zu pflegen. In diesem Halbjahresbericht wollen wir einen Einblick in unsere laufenden Förderprojekte geben. Besonders unter den momentanen Umständen ist es uns ein Anliegen die aktuelle Lage in den Projekten vorzustellen. Dieser Bericht ist hier auch als pdf zu finden.

~ BILDUNG ~

Internationale Schulen in Laos und Thailand

Die beiden internationalen Schulen Kiettisack (Luang Prabang, Laos) und Kajonkiet (Phuket, Thailand) mussten natürlich auf Grund der Pandemie viele Sicherheitsvorschriften beachten und seit März waren beide Schulen geschlossen. Die Schüler*innen wurden aber zu Hause virtuell weiter unterrichtet und die Schulen haben ihr Bestes gegeben mit den Schüler*innen in Kontakt zu bleiben. Dazu muss man sagen, dass der virtuelle Unterricht und vor allem die Umstellung auf diesen absolut vorbildlich verlaufen ist. Die Lehrkräfte waren innerhalb weniger Tage auf Unterrichten am Bildschirm eingestellt und konnten Material und Hilfestellungen zur Verfügung stellen. Den Herausforderungen dieser Zeit waren die Lehrer*innen sofort und vorbildlich gewachsen und es wurde darauf geachtet, dass kein Kind zu kurz kam. Sogar die Vorschulkinder wurden mit Aufgaben versorgt, die ihnen in dieser schwierigen Zeit geholfen haben am Ball zu bleiben.  Beide Schulen haben ihren Betrieb inzwischen wieder aufgenommen.

Hands with Hands e.V.

 Der Verein mit Standorten in Berlin, Wien und den Niederlanden unterstützt seit Jahren soziale Bildungs-, Gesundheits- und Umweltprojekte in Nepal. Der Fokus von Hands with Hand liegt auf dem Aufbau und der Führung von selbstversorgenden Kinderheimen. Im Angesicht der Pandemie waren natürlich auch die Kinder in den Kinderheimen im Lockdown. Glücklicherweise gibt es dort gut etablierte Hygienesysteme und die Kinder (der verschiedenen Altersklassen) konnten sich untereinander helfen die Schulaufgaben trotz des Lockdowns weiterhin zu bearbeiten. Der Selbstversorgungsaspekt der Kinderheime war in den letzten Monaten von ganz besonderem Wert: Die Kinder hatten Zugang zu frischem Gemüse, Getreide und Milch. Auch die Bauarbeiten am neuen „Eco Village“ Bauprojekt wurden glücklicherweise durch die Pandemie nicht völlig lahmgelegt und mussten erst jetzt, wegen des einsetzenden Monsuns, gestoppt werden.

Campus di Monaco – Montessorischule München

Der Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen ist stark von ihrem sozialen Hintergrund geprägt und die aktuelle Krise hebt bestehende Missstände weiter hervor. Das ist eine besondere Herausforderung für die Campus di Monaco Montessorischule in München, denn mehr als die Hälfte der Schüler*innen hat einen Flucht- oder Migrationshintergrund. Durch die seit Mitte März angeordneten Schulschließungen leiden sie besonders. Es fehlt Unterstützung und Stabilität, die Jugendlichen sind isoliert, sie leiden unter dem Lärm in den Sammelunterkünften und den fehlenden Rückzugsmöglichkeiten. Die Betreuer der Sozialdienste wurden wegen der Ansteckungsgefahr abgezogen, Schutzmasken fehlen. Sicherheit und Wohl der Jugendlichen, sind ebenso wie ihre Entwicklungschancen in vielfacher Hinsicht gefährdet. Das Campus di Monaco Team hat während der Schulschließung unermüdlich weitergearbeitet und mit viel persönlichem Einsatz versucht den Kontakt zu den Schüler*innen aufrecht zu erhalten und nun geht es langsam bergauf: Seit Mai waren fast alle Schüler*innen wieder im Präsenzunterricht und seit Pfingsten sind nun auch die sechste und siebte Klasse wieder in der Schule. Maskenpflicht besteht natürlich trotzdem (außerhalb der gut gelüfteten Klassenräume) und dank fleißiger Näher*innen können die Schüler*innen diese auch kostenlos in der Schule bekommen. Die besten Neuigkeiten sind, dass die Abschlussklasse, trotz der schwierigen Corona-Situation, ihre Prüfungen angetreten haben. Eine wirklich beeindruckende Leistung!

Flüchtlingshilfe in Österreich

Die syrische Familie, die in Österreich Fuß gefasst hat, ist durch die aktuelle Situation in vielfältiger Weise beeinflusst. Die älteren Söhne konnten ihre Ausbildung bzw. Lehre zum Glück auch in den letzten Monaten weiterführen, doch die jüngeren Kinder hatten Schulausfälle. Dennoch geht es der 7-köpfigen Familie verhältnismäßig gut. Sie sind gesund und helfen sich gegenseitig: Die älteren Geschwister helfen den jüngeren bei den Schulaufgaben. Inzwischen ist der Ausbildungsbetrieb wieder aufgenommen und sogar der Sprachkurs für die älteste Tochter in Malta kann stattfinden. Während die Älteste sich auf die Abschlussklasse vorbereitet kommt nun auch der jüngste Sohn nach den Sommerferien auf das Gymnasium.

~ GESUNDHEIT ~

Netzwerk Geburt und Familie e.V.

Die Nähwerkstatt und das Café Netzwerk sind soziale Betriebe zur Förderung der beruflichen Integration langzeitarbeitsloser Frauen. Während in der Nähwerkstatt für gewöhnlich witzige, schadstoffarme Spielmaterialien, Kleidung für Kinder und andere nützliche Dinge genäht werden, wurde in den letzten Monaten umgesattelt und viele farbenfrohe Masken haben den Weg in und aus der Werkstatt gefunden. Das Café Netzwerk ist ebenfalls seit Mitte Mai wieder geöffnet und es gibt dort wieder täglich frisch zubereitete Mittagessen nach Rezepten aus aller Welt. Das Bewegungsangebot für die im Netzwerk für Geburt und Familie tätigen Frauen, das Moving Child seit Jahren unterstützt, wurde nach der Corona-Pause in kleinem Maßstab wieder aufgenommen und wird hoffentlich bald wieder in vollem Umfang stattfinden können.

Care for Rare – Kinderspezialist*innen

Wenn kranke Kinder die Geborgenheit ihrer Familie verlassen müssen, um in einer Klinik behandelt zu werden, wird ihre Verletzlichkeit besonders deutlich. Damit diese Kinder die bestmögliche kindgerechte und ganzheitliche Unterstützung erhalten, werden neben Ärzt*innen und Pfleger*innen auch Sozialpädagog*innen und Psycholog*innen benötigt, die auf die spezifischen Bedürfnisse von Kindern im Krankenhaus eingehen. Das von Moving Child geförderte Child Life Specialist-Programm am Dr. von Haunerschen Kinderspital setzt genau dort an: Die Bedürfnisse der Kinder in dieser ungewissen Situation werden wahr- und ernst genommen. Trotz der herausfordernden Zeiten konnte das Child Life Specialist Programm im Mai 2020 starten!

Lao Friends Kinderkrankenhaus (LFHC)

Obwohl im LFHC direkt keine infizierten Patient*innen behandelt wurden, hatte die Situation der letzten Monate dramatische Auswirkung auf die Arbeit am Krankenhaus. Die Landesgrenzen wurden geschlossen und die freiwilligen, internationalen Ärzt*innen und Helfer*innen sind in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Auch Transportmöglichkeiten zwischen den Dörfern waren nur beschränkt erlaubt und oft gar nicht möglich. Dadurch hatten sich die ambulanten Fallzahlen auf etwa 50 am Tag reduziert, welche dafür meistens schon in einem sehr fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung oder sogar kritischem Zustand waren. Trotz des Lockdowns des Landes hat der Lehrbetrieb des Krankenhauses weiterhin stattgefunden. Fernlehrprogramme wurden eingerichtet, die es den laotischen Ärzt*innen und Pfleger*innen ermöglicht haben ausgesuchte Themen auch von zu Hause aus zu bearbeiten. Seit Mai ist der Lockdown nun aufgehoben, die Ärzt*innen sind zurück im Krankenhaus und die Fallzahlen normalisieren sich langsam.

~ KREATIVFÖRDERUNG ~

mitSprache e.V.

Nachdem das diesjährige Theaterprojekt des mitSprache Vereins schon mitten in den Vorbereitungen steckte, musste die Aufführung aufgrund der Pandemie leider abgesagt werden. Die Planung für das nächste Projekt in 2021 ist aber schon in vollem Gange! Am 13. und 14. Mai 2021 wird die zehnte Tanztheater-Ausgabe aufgeführt. Dieses Mal in Kooperation mit einem anderen unserer Förderprojekte: Schüler*innen der Internationalen Montessorischule – Campus di Monaco, und mit dem Theater HochX in den Münchner Au bietet auch die Spielstätte perfekte Rahmenbedingungen.

In diesem Jahr haben wir noch fünf weitere Projekte in unsere Förderung aufgenommen. Den Verein Frauen Gesundheit Familien Zukunft, das Institut Trauma und Pädagogik, die MiBi Kids, die Quinoa Schule und den Wildwasser e.V. Zu diesen Projekten werden wir bald mehr Informationen auf unserer Webseite zur Verfügung stellen. Wir danken allen Projekten für die wundervolle Zusammenarbeit und allen Spender*innen für ihre Unterstützung! Wir grüßen euch alle und hoffen auf eine entspanntere zweite Hälfte 2020!

Herzlich, euer Moving Child Team

Anna, Gertraud und Ella

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