Neuigkeiten aus dem Lao Friends Kinderkrankenhaus

Das in 2015 eröffnete Lao Friends Kinderkrankenhaus (LFHC) ist das erste seiner Art in Laos; ein Krankenhaus betrieben von und für die Menschen in Laos. Es wurde und wird vollständig aus Stiftungs- und Spendengeldern finanziert und ist unabhängig von, aber im ständigen Austausch mit, dem staatlichen Krankenhaus in Luang Prabang. Anfang Mai hat Friends Without A Border zum fünften Mal in Folge eine 4 Sterne Bewertung von einem unabhängigen amerikanischen Stiftungstestunternehmen (Charity Navigator) erhalten, und demonstriert dadurch seine vorbildliche Arbeitsweise.

Schon in der Vergangenheit haben wir von den beeindruckenden Entwicklungen der Frühgeborenen Station (siehe hier) und der Abteilung für die Behandlung von Thalassämie (siehe hier) erzählt. Bei unserem Besuch im Februar 2020 waren wir vor allem begeistert von den Fortschritten des Lehrprogrammes für Laotische Ärzt*innen, das von Moving Child angeregt wurde und auch komplett finanziert wird. Das Lehrprogramm am LFHC besteht aus zwei essenziellen Pfeilern: der Aufklärung der Patient*innen und der Bildung des Fachpersonals. Besonders das nachhaltige Konzept der hausinternen Lehr- und Bildungsveranstaltungen hat uns von Anfang an fasziniert.

Das Ziel des Bildungsprogrammes des LFHC ist vor allem die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit der laotischen Ärzte und Ärztinnen, aber auch des Pflegepersonals, zu stärken.

„Wir waren begeistert von der Motivation und dem Engagement aller Beteiligten in diesem Projekt. Die Selbständigkeit, die hier ausgebildet wird, und damit auch die Nachhaltigkeit dieses Projekts, sind vorbildlich und haben uns zutiefst beeindruckt.“

Anna, Gertraud, Ella (Moving Child Team)

Das Lehrprogramm ist ein ganzheitliches und umfasst tägliche Themen-relevante Vorträge und Diskussionsrunden, strukturierten Englischunterricht, und Austausch mit internationalen Expert*innen. Was aber am Wichtigsten ist, ist der Schwerpunkt auf Lehre zur Lehre: Das medizinische Personal wird ausgebildet das erworbene Wissen nicht nur anzuwenden, sondern vor allem auch weiterzugeben an eine neue Generation zukünftiger Ärzt*innen. Langsam wird so der Einfluss und damit auch die Abhängigkeit von internationalen Expert*innen geringer und die die Selbstständigkeit des laotischen Personals gefördert.

Die momentane Situation im Angesicht der COVID-19 Pandemie

Bisher gibt es 19 bestätigte Corona-Fälle in Laos, drei davon in Luang Prabang. Obwohl im LFHC direkt keine infizierten Patient*innen behandelt werden, hat die Situation dramatische Auswirkung auf die Arbeit am Krankenhaus. Die Landesgrenzen wurden geschlossen und die freiwilligen, internationalen Ärzt*innen und Helfer*innen sind in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Die Arbeit wird mit viel Energie und Liebe seit Wochen rund um die Uhr vom lokalen laotischen Personal allein gemeistert. Natürlich mussten auch alle Benefizveranstaltungen weltweit abgesagt werden, was die schwierige finanzielle Situation der Friends Without A Border und des LFHC weiter verschlechtert.

Transportmöglichkeiten zwischen den Dörfern sind nur beschränkt erlaubt und oft gar nicht möglich. Dadurch haben sich die ambulanten Fallzahlen auf etwa 50 am Tag reduziert, welche dafür meistens schon in einem sehr fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung oder sogar kritischem Zustand sind. Es wird erwartet, dass in den nächsten Monaten armutsbedingte Krankheitsbilder, wie Unterernährung und Infektionen, noch häufiger auftreten werden also bisher. Dies macht die unentgeltlichen Behandlungen im LFHC noch wichtiger als je zuvor.

Doch es gibt auch gute Nachrichten! Der Lockdown des Landes hat zwar die Arbeit im Krankenhaus eingeschränkt und erschwert, aber der Lehrbetrieb findet weiterhin statt. Fernlehrprogramme wurden eingerichtet, die es den laotischen Ärzt*innen und Pfleger*innen ermöglicht ausgesuchte Themen auch von zu Hause aus zu bearbeiten. Alle Ärzt*innen bekommen so weiterhin zwei ganze Lehrtage pro Monat: einer mit dem Schwerpunkt auf evidenzbasierter Medizin (ein virtueller Journalclub) und der andere mit interaktiven Fallstudien. Die Ärzt*innen sind in ständigem, regem Austausch miteinander und bilden sich trotz der widrigen Umstände weiter, um zukünftig die bestmöglichen Behandlungen und Arbeitsweisen zu anbieten zu können.

Wir sind von der Arbeit und Motivation des LFHC Teams unter solch schwierigen und herausfordernden Bedingungen beeindruckt und können mit Freude von den positiven Entwicklungen des von Moving Child geförderten Lehrprogrammes berichten. Wir hoffen, dass bald wieder etwas leichtere Zeiten auf sie und uns alle zukommen und danken allen Spenderinnen und Spendern für ihre Unterstützung. Jede Summe hilft den Babys und Kinder, die in diesem Krankenhaus eine Behandlung erhalten, die sie nirgends anders bekommen könnten. Vielen Dank!

Euer Moving Child Team

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